Katharina-von-Bora Gemeinde Hildesheim-Itzum

Hurra, ein Feiertag!...?

Vor 500 Jahren hat der Augustinermönch Martin Luther mit seinen kritischen Thesen zum damaligen Ablasshandel den Beginn der Reformation eingeläutet.
Seine Lehre, die er uns durch Bibelstudium hinterlassen hat, hat für uns eine große Bedeutung.
Orientierung in Luthers Lehre geben uns seine reformatorischen Prinzipien:

Allein durch die Schrift
Allein durch Jesus Christus
Allein durch den Glauben
Allein durch Gnade

Besonders in Deutschland, Heimat der Reformation, haben viele evangelische Kirchen im Jahr 2017 in unterschiedlichen Veranstaltungen die Reformation gewürdigt.
Die Entscheidung des Niedersächsischen Landtages am 19. Juni 2018 für den Reformationstag als zusätzlichen gesetzlichen Feiertag ist nicht für alle Norddeutschen ein Anlass zur Freude. Aus den Medien wissen wir, dass diese Entscheidung zu Diskussionen und Spaltung der Gesellschaft führte.
Die jüdische Seite bezeichnet diese Entscheidung als untragbar. Die katholische Kirche verbindet das Datum der Reformation mit der Kirchenspaltung und ist der Meinung, dass ein neuer Feiertag religiös, aber nicht zu sehr abhängig von Konfessionen sein soll. Auch die Kommentare der Muslime und Humanisten in den Medien sind eher negativer Natur.
Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen sagen, dass der neue Feiertag eine bleibende Herausforderung sei alles zu tun, um gegenwärtige und zukünftige antisemitische Bestrebungen, Äußerungen und Handlungen zu ächten.
Vielleicht bietet die Entscheidung unseres Landtages einen Anlass dazu, sich neu mit der reformatorischen Lehre zu beschäftigen und die Bibel immer wieder neu von ihrem Zentrum – von Jesus Christus her – zu lesen und zu interpretieren?
Wir können rufen: „Hurra, ein Feiertag!“.
Schüler können ausschlafen, Kinos und Freizeitparks können mit mehr Besuchern rechnen, und wir können im Gottesdienst nicht erst nach der Arbeit Jesus Christus als Zentrum des christlichen Glaubens und seinen Vater als den gnädigen Gott feiern und sein Wort neu entdecken.

Ihre Pastorin Martyna Pieczka