Katharina-von-Bora Gemeinde Hildesheim-Itzum

Ein architektonisches Pfingstwunder


Die Dachziegeln des alten Bauernhauses sahen noch gut aus. Auch das Mauerwerk aus rotem Backstein machte einen stabilen Eindruck. Die robuste Eingangstür stand halb geöffnet. Die Fensterscheiben waren zum Teil eingeschlagen und zersplittert. Die Hofstelle mit angrenzenden Wirtschaftsgebäuden befand sich in einem verwahrlosten Zustand. Bäume, Büsche und hohes Gras wuchsen wild durcheinander. Das Gehöft lag idyllisch in der Nähe eines Sees, wo wir auf unserer Radtour durch Brandenburg Rast machten. Schade, dachten wir, ein so herunter gekommenes Anwesen in bester Lage.
Ein Jahr später führte die Tour uns an der gleichen Stelle vorbei. Es hatte sich viel getan: Das Grundstück war aufgeräumt, die wild gewachsenen Bäume und Büsche gerodet und alle Fenster waren erneuert. Neben der frisch restaurierten Eingangstür prangte ein weiß getöpfertes Schild mit blauer Schrift. Auf ihm stand der Name des neuen Eigentümers. Wenn sich das Haus freuen könnte, wäre es froh, jetzt wieder einen Besitzer zu haben, mit dem ein neuer Geist eingezogen ist.
Auf mich wirkt diese brandenburgische Beobachtung wie ein kleines architektonisches Pfingstwunder: Ein neuer Geist zieht ein und setzt dem Verfall ein Ende.
Seit Pfingsten ist klar, dass in unsere Welt ein neuer Geist eingezogen ist. Der Tod bringende Verfall hat verloren. Der Geist der Auferstehung will, dass unser Haus lebt. Lassen wir uns durch Jesus Christus erneuern.

Ich wünsche Ihnen den neuen Geist von Pfingsten und grüße Sie herzlich, Ihr Pastor Rainer Schwartzkopff